
Ein Blick auf das Podium (Vielen Dank an Herrn Anders von Herzogtum Direkt für das Foto)
Gut 100 Gäste fanden sich am Abend des 19.03. im großen Saal des Ratzeburger Burgtheaters ein, um diese Veranstaltung der Ratzeburger SPD zu verfolgen.

Gut 100 Gäste fanden sich am Abend des 19.03. im großen Saal des Ratzeburger Burgtheaters ein, um diese Veranstaltung der Ratzeburger SPD zu verfolgen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Parteivorsitzenden, Manfred Börner, ging es dann auch relativ schnell „zur Sache“. Moderator Wolfgang Engelmann übernahm und stellte kurz den Ablauf dar. Daraufhin trat Bürgermeister Rainer Voß ans Rednerpult und beleuchtete in seinem einführenden Referat die Historie des „Aqua Siwa“ von der Eröffnung bis hin in die heutige Zeit. Dann ging er auf die Zahlen, Daten und Fakten zur Nutzung und dem Sanierungsstau beim Ratzeburger Schwimmbad ein. Vor mehreren Jahren sei zum Zustand des Gebäudes und der Technik ein Gutachten erstellt worden, das von einem Aufwand von mindestens 7 Millionen Euro für die Sanierung spreche; das jährliche Defizit aus dem Betrieb würde regelmäßig bis zu 400.000,00 € betragen. Seit 2007 wären er und die Politik „am Ball“, eine geeignete Lösung zu finden, um für Ratzeburg auch zukünftig eine Schwimmhalle anbieten zu können. Erst in den letzten Jahren habe sich aber abgezeichnet, dass dringend benötigte Mittel aus Fördertöpfen unter bestimmten Voraussetzungen zu bekommen wären. Diese Mittel, die im Bereich der Städtebauförderung durch das Land bereit gestellt werden würden, wären an ein bestimmtes öffentliches Verfahren geknüpft, dass Ratzeburg mit dem „Zukunftsprojekt Daseinsfürsorge“ zusammen mit 16 Umlandgemeinden angeschoben habe. Gerade am vergangenen Montag sei durch die Stadtvertretung einstimmig der hierfür erforderliche „Einleitungsbeschluss“ gefasst worden. In der Folge bedeute dies`, dass nun in einem Zeitfenster bis 2025 im für das Projekt festgelegten Gebiet (im südlichen Bereich der Insel zwischen Seebadeanstalt und Brücke am Kleinbahndamm in Höhe des „Aqua Siwa“) verschiedene Projekte durch das Land gefördert werden könnten, unter anderem die Sanierung der vorhandenen oder der Bau einer neuen Schwimmhalle. Weitere Schritte seien aber auf diesem Weg notwendig. Eine Begutachtung des Gesamtprojektes und der geplanten Einzelmaßnahmen sowie eine damit in Zusammenhang stehende Bedarfsermittlung in einem öffentlichen Beteiligungsverfahren wären unbedingt abzuwarten, bevor konkrete Beschlüsse gefasst werden könnten. In seinem Referat führte der Bürgermeister weiter aus, dass die angedachte Genossenschaftslösung aufgrund mangelnder „Manpower“ und finanziell starker Partner in Ratzeburg leider nicht umsetzbar wäre, sodass auch künftig das Betreiben einer Schwimmhalle durch die Stadtwerke wohl die sinnvollste Lösung sei.
Nach diesen einleitenden Worten forderte Moderator Wolfgang Engelmann die anwesenden Parteien- bzw. Fraktionsvertreter auf, Ihre Meinung zu diesem Thema abzugeben. Alle sprachen sich einhellig für eine Schwimmhalle in Ratzeburg aus! Da bestand Konsens. Allerdings gab es im Einzelnen doch recht unterschiedliche Aussagen.
Für die CDU erklärte Wilhelm Thiele, dass man voll hinter dem eingeschlagenen Weg stehe. Es müssten alle relevanten Daten ermittelt werden und die Zahlen und Fakten auf den Tisch, um am Ende des Prozesses möglichst fraktionsübergreifend mit breiter Mehrheit die für Ratzeburg beste Lösung, egal ob Sanierung oder Neubau, zu beschließen.
Andreas von Gropper erklärte für die Freien Ratzeburger Wähler, dass die Zeit schon heute reif wäre, die Dinge in Ausschüssen und Stadtvertretung zu diskutieren und zu beschließen, und zwar notfalls ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln. Die Zahlen lägen auf dem Tisch, sodass unabhängig vom des vom Bürgermeister geschilderten Prozedere gehandelt werden könne. Nach seinen Aussagen käme für die FRW der Neubau einer Schwimmhalle in Betracht.
Oliver Hildebrand erklärte für die SPD, dass der eingeschlagene Weg, so wie er ja mittlerweile auch politisch beschlossen sei, der richtige wäre. Es müsse abgewartet werden, was die Analysen und Gutachten ergäben, um im Endeffekt über Sanierung oder Neubau, entscheiden zu können.
Klaus-Stefan Clasen trug für Bündnis 90/Die Grünen vor, dass auch von deren Seite der Weg über die Projektsteuerung weiter gegangen werden sollte. Endlich stünden öffentliche Fördermittel bereit, um das latente Problem abschließend zu lösen. Er machte keinen Hehl daraus, dass seiner Partei eine Sanierung des „Aqua Siwa“ am sympathischsten wäre.
Thomas Kühn merkte für die FDP an, dass genau auf die Kosten geachtet werden müsse. Immerhin stünde schon der derzeitige Haushalt der Stadt auf wackeligen Beinen. Man könne sich auch seitens seiner Partei die Sanierung im Bestand sehr gut vorstellen. Hinsichtlich der Folgekosten gab er zu überlegen, ob nicht einige Dinge auf ehrenamtlicher Basis gelöst werden könnten.
Michael Schröder vertrat für seine Partei Die Linke die Auffassung, dass der vorhandene Prozess abgewartet werden müsse, um abschließend urteilen zu können. Von Seiten seiner Partei wäre es wünschenswert im Endeffekt über den Weg von Bürgerbeteiligung und auch -entscheidung die Dinge abschließend zu entscheiden.
Nach diesen Eingangsstatements fragte Wolfgang Engelmann noch einmal konkret bei allen Podiumsteilnehmern nach, ob sie denn hinter dem eingeschlagenen Weg stünden, eine Lösung über die Planungen im Rahmen des Zukunftsprojekts Daseinsfürsorge anzustreben. Alle bejahten diese Nachfrage, bis auf Andreas von Gropper, der noch einmal für die FRW reklamierte, unabhängig vom laufenden Verfahren agieren zu wollen.
Im Anschluss wurde durch Wolfgang Engelmann das Publikum mit eingebunden. Hier wurden Vorschläge von der Einbindung von Investoren über gezielte Wünsche von Sanierung bis hin zum Neubau, der energetischen Betrachtung, Barrierefreiheit und Kostensteuerung gemacht. Die Ratzeburger Behindertenbeauftragte, Sabine Hübner, merkte kritisch an, dass genau geschaut werden müsse, ob der tatsächliche Bedarf für diese Investition gegeben sei – daher fände sie es gut, dass dieser im vom Bürgermeister geschilderten Verfahren ermittelt werde.
Resümee:
Nach den Stimmen, die an diesem Abend zu hören waren, kann sich wohl kaum jemand Ratzeburg ohne eine Schwimmhalle vorstellen. Auch ein Standort auf der Insel, und zwar im Planungsgebiet für das Zukunftsprojekt Daseinsfürsorge, ist mit größter Wahrscheinlichkeit mehrheitlich gewollt. Die Steuerung der Planungen „Sanierung oder Neubau“ über eben dieses Projekt ist, außer von der FRW, von allen politischen Akteuren gewollt, zumal sich über diesen Weg offensichtlich die für Ratzeburg kostengünstigste Lösung abzeichnet und von daher auch schon erste politische Beschlüsse gefasst wurden. Erste konkrete Beschlüsse zur Schwimmhalle selbst scheinen zum Ende dieses Jahres, spätestens bis Mitte nächsten Jahres möglich. Kurzum: Die Chancen sind groß, dass Ratzeburg langfristig eine Schwimmhalle behält! Nun kommt es darauf an, dass die erforderlichen Verfahren „sauber“ abgearbeitet werden und die Politik diesen Vorgang zeitnah mit entsprechenden Beratungen und Beschlüssen begleitet.
Für den Veranstalter, die Ratzeburger SPD, äußert der stellvertretende Vorsitzende Uwe Martens abschließend: „Die Ratzeburger SPD freut sich, dass sie durch diese Veranstaltung dazu beitragen konnte, transparent über den Sachstand und die Perspektiven in Sachen Schwimmhalle zu informieren und die verschiedenen politischen Meinungen dazu zu beleuchten. Daher möchten wir uns von dieser Stelle noch einmal herzlich bei den Teilnehmern an der Podiumsdiskussion und den vielen Interessierten, die den Weg ins Burgtheater gefunden haben, für einen Austausch in sehr sachlicher Atmosphäre bedanken.“
21.05.2026, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr Rathaus-Boule
26.05.2026, 19:00 Uhr Fraktionssitzung
28.05.2026, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr Rathaus-Boule
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